Hilpoltstein (epd). Wer seinen Garten im Herbst nicht zu gründlich aufräumt, kann damit Vögeln über die kalte Jahreszeit helfen. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) empfiehlt, abgeblühte Stauden, Gräser, Beerensträucher und Laubhaufen möglichst stehen, beziehungsweise liegen zu lassen. Samenstände von Sonnenblumen und Gräsern böten Vögeln im Winter natürliche Nahrung, heißt es in einer Mitteilung des LBV vom Dienstag.
Auch Hagebutten sowie die Früchte von Weißdorn, Liguster, Vogelbeere, Heckenkirsche und Hartriegel seien für viele Arten wichtige Energielieferanten. Beim Heckenschnitt sollten deshalb fruchttragende Zweige möglichst nicht entfernt werden, so die Naturschützer. Gerade Zugvögel könnten durch Beeren Energiereserven für ihren Flug in den Süden aufbauen. An Obstbäumen dürften einige Äpfel oder Birnen hängen bleiben, Fallobst auf der Wiese diene ebenfalls als Nahrung.
Früchte liefern Energie
"Wer jetzt zu gründlich aufräumt, der tut den Gartenvögeln keinen Gefallen und beraubt sie um viele natürliche Futterquellen im Winter", erklärte LBV-Biologin Angelika Nelson laut Mitteilung. Das gelte auch für Laubhaufen, die Insekten, Igeln und Amphibien Schutz vor Frost böten und zugleich Nahrungsquellen für Vögel schafften.
Wer seinen Garten langfristig vogelfreundlich gestalten möchte, könne den Herbst zum Pflanzen neuer Sträucher nutzen, rät der LBV. Der Verband empfiehlt dafür unter anderem Haselnuss, Holunder, Liguster, Kornelkirsche, Schneeball, Schlehe und Weißdorn. Besonders der Schwarze Holunder sei eine wichtige Nahrungsquelle: Seine Früchte werden laut LBV von mehr als 60 Vogelarten gefressen.