München (epd). Die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) hat sich für ein neues Schutzmodell für Prostituierte ausgesprochen. Die aktuellen Regeln zum Schutz von Frauen vor sexueller Ausbeutung seien in Deutschland viel zu schwach, sagte die Ministerin laut Pressemitteilung vom Montag. "Frauen sind in der Prostitution Gewalt und Zwang ausgesetzt", betonte Scharf. Deshalb müssten die Freier bestraft werden. Frauen auszunutzen und auszubeuten "darf nicht folgenlos bleiben".

Darüber hinaus müssten Menschenhandel und Zwangsprostitution "konsequent verfolgt und bestraft" sowie Präventions- und Unterstützungsangebote weiter ausgebaut werden. "Das allein reicht aber nicht", sagte Scharf: "Deutschland muss sich beim Prostituiertenschutz bewegen." Seit November 2025 arbeitet eine Experten-Kommission an Maßnahmenvorschlägen zum Schutz von Prostituierten. Der Bericht wird Ende November 2026 erwartet.

Nordisches Modell bereits in vielen Ländern Praxis

Scharf hatte sich bei ihrer Schwedenreise im September zum "Nordischen Modell" ausgetauscht, das ein Sexkaufverbot für Freier vorsieht. Das Modell wird mittlerweile in mehreren Ländern angewandt, darunter Norwegen, Island, Kanada und Frankreich.