Die Weidenkirche im mittelfränkischen Pappenheim (Kreis Weißenburg-Gunzenhausen) ist heuer besonders gut gepflegt worden. Zwei Tage lang haben 25 junge Leute das grüne Gotteshaus in Form gebracht, wie die Evangelische Jugend in Bayern (EJB) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Dies geschah schon mit Blick aufs Jubiläum: Am 13. Juni 2027 wird die Naturkirche 20 Jahre alt, eine große Feier ist geplant.
Jährlich wird die Weidenkirche für den Winter vorbereitet. Der Erntedank-Gottesdienst am 4. Oktober schließt die Saison ab. Unter den Helferinnen und Helfern waren EJB-Ehrenamtliche sowie Freiwillige im Ökologischen Jahr.
Vier Hänger voll mit alten Weidenruten
Im Mittelpunkt stand laut EJB das Totholz. Die trockenen Sommer haben viele Weidenruten absterben lassen, wie es hieß. Vier landwirtschaftliche Hänger seien am Ende mit den dicken Ruten voll gewesen. Die stehen bleibenden grünen Ruten banden die Helfer an die Metallbögen, so dass sie ein dichtes grünes Kirchendach bilden können. Zudem sei viel Unkraut gezupft worden. Eine lebendige Kirche brauche Pflege, sagte EJB-Referent Friedemann Hennings: "Das gilt für die Weiden genauso wie für unsere Gemeinden."
An Ostern 2007 pflanzten mehr als 100 Jugendliche rund 1.000 Weidensetzlinge und errichteten als Rankhilfe ein Gerüst aus Metallrohren. So entstand eine etwa 30 Meter lange Kirche mit Platz für rund 150 Menschen. Der damalige Landesbischof Johannes Friedrich weihte sie an Christi Himmelfahrt ein. Seitdem ist sie ein Wahrzeichen im Altmühltal und ein lebendiger Ort, hier werden Gottesdienste, Trauungen und Taufen gefeiert.